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Test Xbox 360 Kinect – Zumba Fitness Rush

Eingetragen von auf 21. Mai 2012 – 20:403 Kommentare |

Vor wenigen Tagen kam der neue Tanzsport-Hit Zumba Fitness Rush auf den Markt. Der Titel ist exklusiv für die Xbox 360 Kinect verfügbar, klar es geht hier ja auch um Bewegungen und Musik. Warum Hardcore-Gamer, Couch-Kartoffeln und Tanzprofis gleichermaßen interessiert sein sollten, könnt ihr in diesem Test nachlesen.

Texas-City…eh…ZUMBA-Shuffle
Für alle die sich eventuell weniger mit dem reichhaltigen Sportangebot örtlicher Tanzstudios und Fitness-Center auskennen, habe ich eine kleine Einführung vorbereitet. Hört man Latino-Rhythmen oder indische Bollywood-Melodien, schieb man diese eher in die Kategorie schmalzige Kino-Streifen und weniger ins Fitness-Studio um die Ecke. Alle mit dieser Einstellungen sollten die 90er hinter sich lassen. Ein Schritt in die Muckibude verheißt Erleuchtung. Angesagt sind heute die Sportkurse, Zumba ist ganz vorn dabei. Zumba verbindet erfolgreich anstrengende, aber recht simple Bewegungen mit den Musikrichtungen aus den Regionen südlich des Äquators. Als Mann muss ich ganz klar zugeben, dass ich mich bei vielen Bewegungen einfach unwohl fühlte, das lag wohl daran, dass meine Freundin auf der Couch neben mir nicht aufhören konnte zu lachen. Okay, ich geb‘s zu, ich bin, motorisch betrachtet, ein Totalausfall.

Wie Guitar-Hero, der Körper ist die Gitarre
Zu Beginn bewegt der Ungeübte sich sicher etwas steif oder fragt sich gar, warum er jetzt eigentlich genau mit den Hüften wackelt, mit der Zeit nimmt dieses Gefühl jedoch ab und man wundert sich weniger über die ulkigen Bewegungen. Spaß machen die Bewegungen nach einer Eingewöhnungszeit allemal und man bekommt zügig das Gefühl, dass Ricky Martins Hüftschwung gegen die eigenen Bewegungen einpacken kann. Das System der Erkennung ist relativ präzise, erlaubt aber auch Verzögerungen im Bewegungsablauf. Besonders wird auf die Körperpartien geachtet. Wenn man also dem Trainer nachtanzt, werden Regionen wie Arme und Beine geprüft. Will man wissen, wie genau die Erkennung ist, geht man einfach in den Menü-Punkt „Schritt für Schritt“.
In diesem Programm wird man von Zumba-Guru Beto persönlich in den vielen Tanz-Stilen und –Schritten gecoached. In diesem Spiel-Teil werden alle Stellen rot markiert, die von den Anforderungen abweichen. Erst nach einigen wirklich erfolgreichen Abläufen wird die Bewegung als „gelernt“ ausgepriesen. In diesem Modus können Anfänger sehr schnell besser werden, da sie einfach die Geschwindigkeit erhöhen und sich an das Normal-Tempo gewöhnen können.

Zumba Fitness Rush – Das Lied von Salsa und Guacamole
Wenn man sich gut vorbereitet fühlt oder einfach sehen möchte, wie weit man kommt, wählt man die Punkte „Einzelner Song“ oder „Kurs starten“. Prinzipiell braucht man dazu nicht viel sagen. Es handelt sich um ein Tanzspiel, hatte ich das erwähnt? Also was macht man? Genau, die Hüften kreisen lassen. Ob man nun einen Song tanzt oder einen Kurs besucht ist eigentlich egal. Im Kurs werden mehrere Lieder hintereinander gespielt. Die Stücke unterscheiden sich nicht in der Schwierigkeit, dafür aber im Stil. Eingetanzte Zumba-Sportler können sich eine eigene Playlist bauen und somit auch stilechte Listen erstellen oder Alles zu einem Trainer tanzen. Bei  „Einzelner Song“ kann man sich das Lied aussuchen und wird auch nur dieses eine Tanzen. Gleich bleiben jedoch immer die jeweiligen Coachs und die Schwierigkeit der Songs. Etwas unvorteilhaft finde ich, dass man oft das Gefühl bekommt, es wurde stark auf Frauen abgezielt. Das Gros der Bewegungen wirkt oft relativ unmännlich, aber das ist ja Geschmackssache. Wer gerne in die Zukunft sieht, bekommt in Zumba Fitness Rush die nächste Tanzpartie vorher immer angezeigt.

Als Feedback für richtige Bewegungen flackert ein „Zumba“ oder „Hot“ über die Punkte-Leiste, andernfalls blinkt die Leiste rot auf. Hat man sich richtig ins Zeug gelegt, kommt man in den Euphorie-Modus, dort sammelt man mehr Punkte und bekommt  einen psychodelischen Hintergrund serviert, vermutlich als Ablenkung, als eben das empfand ich es zumindest. Als Kritikpunkt sehe ich die nicht vorhandene Fehleranzeige. Im Training werden Körperpartien gefärbt, während im Normalspiel nichts als ein rotes Aufflackern der Punkteanzeige übrig bleibt. Da hätte man mehr für Neulinge tun können.

It‘s over 67.000 Kalorien!
Wer ein Tänzchen erfolgreich absolviert hat, bekommt in Form von Punkten und Sternen eine Einschätzung, außerdem wird eine Kalorienverbrauch-Schätzung gegeben. Ich formuliere das so großzügig, weil sich mir nicht so recht erschließt, wonach dort gemessen wird. Dennoch, Punkte sind einfach toll, man will ja schließlich mehr und deswegen strengt man sich auch an.

Multiplayer-Modus mit bis zu zwei Spielern
Alleine Spielen will heute keiner mehr, das hat die Spielindustrie begriffen und das MMO erfunden. Heute ist alles Online, hat auf Ebay einen Gold-Shop von dubiosen Asiaten und eine Freundesliste mit Männern die sich als Frauen ausgeben (oder andersrum?). Zumba hat den Zahn der Zeit erkannt und einen analogen offline Multiplayer eingebaut. Die Kinect hat leider seit je her ein Problem mit Leuten die ein Wohnzimmer anstelle eines modernen Lofts besitzen. Ich gehöre zu Gruppe 1 und ein Zumba-Abend zu zweit würde schneller in einen Mosh-Pit ausarten, denn ein koordinierten Tanzkurs. Prinzipiell behaupte ich aber, dass es im Mehrspieler-Modus keine Unterschiede gibt, außer dass es den Spaßfaktor erhöht.

Warum auch was für Hardcore-Gamer?
Na ganz klar! Wisst ihr nicht wie ihr die Frau eurer Träume ansprechen sollt oder welche Interessen eben diese holde Maid hat, bringt Zumba Fitness Rush, ein paar Freunde und ein gängige Softdrinks zu einem Party-Abend mit. Ich glaube den Spaß den man beim Rumwackeln mit Freunden hat, kann man durch nichts aufwiegen, sozusagen der SingStar-Effekt. Optional können Männer auch ihren Frauen zusehen, was mehrheitlich wohl zu einem Stimmungshoch führen sollte, wenn die Musik erstmal loslegt.

Fazit
Obwohl ich Zumba Fitness Rush eher von meiner Freundin testen lassen wollte, als von mir selbst, hab ich deutlich öfter das Tanzbein geschwungen. Wenn eventuell mehr auf das männliche Publikum geachtet worden wäre, hätte man auch eine ansprechendere Sammlung an Tracks und zu eben diesen auch mehr männliche Coachs und Bewegungen einbauen können. Da die Trainer keine Geräusche von sich geben, wirkt Alles ein wenig exemplarisch und nicht wirklich zum Anfassen. An dieser Stelle hätte man mit satten Tönen arbeiten können,  das hätte diesem Eindruck entgegen gewirkt. Grundsätzlich ist Zumba Fitness Rush aber ein sehr rundes Spiel und bietet im Gegensatz zu Fitness-Spielen wie YourShape auch einen Mehrspieler-Modus. Ich denke, dass ich noch viel Spaß damit haben werde und meine Freundin ist da genau derselben Meinung, also Jungs und Mädels greift zu! Wenn ihr nicht so recht wisst, ob es was für euch sein könnte, auf Youtube findet ihr Trailer und Videos außerdem ist die nächste Videothek sicherlich nicht weit entfernt. Eine Demo wird unteranderem auf dem Xbox-Live Marketplace angeboten.

Mittlerweile ist auch schon der erste DLC da, das lässt auf eine gute Versorgung in den kommenden Monaten schließen. Wenn es dann einen Metal-Headbang-DLC mit Hetfield und Konsorten gibt, bin ich ganz vorn dabei.

Bericht: Gunnar Berg

[zumba_fitness_rush_02]

3 Kommentare »

  • Micha sagt:

    Metal-Headbang-DLC? Aber nur, wenn du dir auch die entsprechende Matte mit herunterladen kannst. Headbanging ohne knielange Locken wirkt nicht ;)

  • Roland sagt:

    Ich finde, dass das richtig viel Spass bringt und die passenden Leute mit dabei sein. Auf Dauer alleine glaube ich nicht, dass man das macht, aber in Gesellschaft ist das schon super und gegenüber den Kursen, die man ja vor Ort besuchen kann, spart man hiermit schon ganz viel Geld ein. Ist also schon eine Überlegung wert.

  • Captain Cirion sagt:

    Problem ist halt wirklich, dass man sehr viel Platz braucht. Es gibt Tänze, da läuft man fast im gesamten Bereich umher. Wer den Platz hat, der wird sicher auch zu zweit viel Freude haben.

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